
Mate unser Fahrer welcher durch den Eigentümer unserer ersten Unterkunft organisiert wurde, hatte natürlich gewartet und uns herzlichst begrüßt. Er ist der Neffe unseres Gastgebers und hat RuckZuck unsere Sachen in sein Auto verstaut. Auf dem Weg zur Villa wurde noch eine indonesische SimKarte organisiert (Nachts um 2:30 im Indo-Garagenshop wahrscheinlich zum doppelten Preis) und dann, als ob noch nicht für den Anreisetag genug geboten wurde, schlenderte uns eine Katze völlig uninteressiert am balinesischen Straßenverkehr, vors Auto. Mate versuchte noch auszuweichen doch es reichte nicht mehr. Ein lautes BANG teilte uns mit, dass die Tage für Mauzi gezählt waren.
Katzen sind hier Heilig und wer ein angefahrenes Tier einfach liegen lässt hat laut Aussage unsers Fahrers zukünftig jeden Tag Pech. Also an den Rand und raus aus dem Auto nachsehen ob das Tier auffindbar ist. War es nicht, und somit ging es weiter zur Unterkunft welche wir dann auch gegen 4 Uhr erreichten. Sachen raus, Sachen rein, und ab in die Kojen.
An diesem Tag blieb es ruhig in der Villa Schmalschläger. Pool getestet, Sachen verräumt, die ersten Lebensmittel besorgt und dann das nächste Highlight ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Justus bekam schon zum Mittag erhöhte Temperatur und somit war er für den Rest des Tages eine Art Klebeetikett. Abends haben wir dann einfach Essen über Grab bestellt (Grab ist wie Uber, ein günstiger Taxiservice, allerdings auch als Essenslieferant nutzbar. Man bestellt also auf der Internetseite eines Restaurants Essen und der Fahrer holt dies dann dort ab klemmt es auf seinem Roller zwischen die Beine und bringt es einem vorbei). 3 Gerichte für zusammen 7.50€ inklusive Lieferung.
Den 12. Juli hat Junior dann komplett verschlafen mit Rückkehr zu normaler Temperatur zum späten Nachmittag hin. Dann folgte „HUNGER“ auf Chips, Kakao wie auch Eis. Und Paula, hmmm wo konnte man sie wohl sichten? Sie war hauptsächlich im Pool anzutreffen, mal am Tablet und ja auch im Pool nach Schleichpferden tauchend und bei Sprungübungen ins Wasserbecken. Ach ja, übrigens auch am Tablet (wir konnten aufgrund von Justis Zustand nicht wirklich etwas unternehmen).
In der Straße vor unserer Unterkunft wo jedes zweite Haus wie ein kleiner Tempel aussah (dem Anschein nach allerdings noch aus der Zeit der Götter), ist es doch ziemlich vermüllt, Schuttplätze überall, hier und da kleinere private Müllverbrennungsanlagen (was der tägliche Haushalte so her gab wurde im Garten oder auch mal direkt vor der Tür verbrannt), hin und wieder aber auch mal in Modernisierung befindliche Bereiche um noch mehr Überangebot von Touristenunterkünften zu erzeugen. Aber was wir so nicht erwartet hatten, alles voll mit Straßenhunden (zum Teil patrouillierend vor einem Haus, manche verwahrlost, teils verletzt und rumlungernd umherstreunend, in kleine Gangs organisiert oder auch als ganz normaler Haushund wie bei unserem Gastgeber). Der Fußweg am Straßenrand hat immer wieder eingebrochene Steinplatten worunter die „Kanalisation“ verläuft (wahrscheinlich stammt daher auch der Spruch „Hals und Beinbruch“ und wer ist wohl schon am ersten Erkundungstag halb reingestürzt???). Aber die Leute sind alle nett und freundlich, grüßen herzlich und freuen sich über Besucher (auch die Hunde sind eher vom ruhigeren Wesen, aber so ganz 100%ig sicher ist man sich nie wenn einem alle 50 Meter
einer über den Weg läuft). Nach zwei Tagen Ruhepause für Justus ist er auch wider in der Lage BossBaby zu spielen und auffällig mitteilungsbedürftig (sein Durchhänger war wahrscheinlich ein Entwicklungsschub was wir von Paula schon kannten welche dann auch dieses 2 Tagesfieber hatte und danach spürbar verändert im reden und der Artikulation war).
Also ging es zum Abendessen am zweiten Tag dann in ein Warung eingekehrt (Warung ist eine Straßenküche wo die Einheimischen essen gehen). Uns begrüßte ein offener Raum mit schmuddeligen Wänden und einem Suppenstand an der offenen vielbefahrenen Seite zur Straße hin gepaart mit Plastikhocker und Abgasgeruch. Das ganze unterhalten von ein paar Mittzwanziger Jungs welche hier ihre kulinarischen Köstlichkeiten anboten. Es gab Hähnchenbällchen mit Brühe aus dem Topf, Rindfleischbällchen mit Brühe aus demselben Topf, dazu zur Auswahl dünne Reißnudeln oder etwas dickere Eiernudeln. Mit im Angebot waren die Blicke der anderen Gäste im Raum welche uns leicht überrascht als erfrischende aber doch seltene Eindringlinge wahrnahmen (4 westlich moderne Figuren sorgen für Unterhaltung im Tagesgeschäft, der Vater mit langärmligen Hawaihemd also ob er eigentlich zur Strandbar am Niki Beach wollte).
Wir nahmen je ein Schälchen und waren positiv über den Geschmack erfreut. Allerdings machten die Hühnerpressfleischbällchen den Eindruck als ob die Flattermänner mit Haut und Haar so in den Fleischwolf kamen, da die Knorpelstückchen doch teils noch deutlich spürbar waren. Rind war etwas angenehmer. Wasser war auf Nachfrage aus und es kam nur die Rückmeldung „Icetea?“. Ja OK, und schwupps gab es zwei Kellen aus einem Eimer hinter der Getränke-Theke ins Glas. Puhhh, unser Gesundheitsamt würde den ganzen Laden so wie er ist mit leuchtenden Absperrbändern verriegeln, Feuer legen und die Jungs kämen auf die Anklagebank. Ob wir schon zum ersten Abend den berühmten Bali Belly bekämen? Mal abwarten, aber so stellt man sich den All Inclusive Treffpunkt von Bakterien vor. Die Kinder pickten ein paar Nudeln raus und auch der Ausschank vom Getränkemeister konnte uns leider nicht wirklich begeistern (nochmals würden wir ihn auch nicht bestellen). Beim bezahlen kamen wir das erste mal auf den Geschmack. Drei Schälchen Suppe mit Einlage und zwei Humpen Eistee (Schwarzer Tee mit ordentlich Zucker, hier wird alles gezuckert) aus einem Wischeimer für zusammen 3€.
So lässt es sich rein preislich betrachtet auf jeden Fall aushalten :), für festen Stuhlgang ist es allerdings nicht die richtige Anlaufstelle.
Zurück in unserer Unterkunft gab es für die Kids mal noch Chips und Toastbrot aus dem Supermarkt.
Der 13. war zum erkunden unserer Nachbarschaft, Spiele spielen, Justus neue Kraft fürs rumkommandieren sammeln und abends in einen anderen Warung da es am Vortag nicht so das ganz große WOW Erlebnis war und wir auch nicht nur von Brühe leben wollten. Diese neue gastronomische hauptstraßenlärmaufsaugende Verköstigungsstube war dann vom Essensangebot her gesehen schon eher unser Geschmack. Frittiertes Omelett, Nasi Goreng, Nasi zu eng, Nasi verstopft, ups… Nasi im Topf. Auch hier bekäme jeder Lebensmittelkontrolleur zwar einen Herzkasper mit Haarausfall aber es war wirklich gut und günstig. 4 Teller plus Wasser für 5€.
Nun da es Junior wieder besser ging, stand unsere erste Ausflugstour an. Also bleibt dabei und verpasst nicht wenn es heißt -Wir tauchen in unser balinesisches Abenteuer ein-
… nun von einer erlebnisvollen Reise habt ihr schon eine Nase voll mitbekommen .
Somit drücken wir die Daumen was die Gesundheit betrifft.